Beschreibung der Sparte

Der Pferdesamariter – Berufung im Dienste des Pferdes

Verletzungen und Krankheiten bei Pferden verlangen oft nach schneller und kompetenter Reaktion. Doch was ist zu tun bis der Tierarzt kommt, wenn sich ein Pferd verletzt hat oder erkrankt ist? Die meisten Pferdehalter sind in solchen Situationen überfordert, denn es fehlt schlichtweg das Wissen, wie man sich richtig verhält. Dieser Mangel wurde bereits Anfang der 90er-Jahre in der Schweiz erkannt – und ein System der (Laien-) Aus- und Fortbildung entwickelt. In Kursen werden Pferdehaltern Kenntnisse in Erster Hilfe bei Pferden vermittelt.

In der FENA-Ausbildung fest verankert
1996 wurde die bereits sehr erfolgreiche Ausbildung in Abstimmung mit der FENA und der Bundeskammer der Tierärzte erstmals auch in Österreich angeboten. Alleine über den NOEPS wurden mittlerweile in mehr als 30 derartigen Kursen rund 500 PferdesamariterInnen mit anhaltendem Interesse aus- und fortgebildet. In Anpassung an die inländischen Gegebenheiten wurde die Ausbildung in der ÖAPO („Österreichische Ausbildungs- und Prüfungsordnung“ – §700 ff.) verankert und auch im OEPS ein Referat für Pferdesamariter eingerichtet. Zielgruppe sind Reiter, Fahrer und Reitstallbetreiber. Die Ausbildung ist mittlerweile auch als Qualitätsmerkmal für Betriebe und Veranstaltungen anerkannt und teilweise in die Ausbildung der Pferdewirtschaftsfacharbeiter implementiert.

Link zum Regulativ für Pferdesamariter auf www.oeps.at

Was ist ein Pferdesamariter?

Der/die PferdesamariterIn definiert sich in erster Linie als ein für Notfälle bei Pferden ausgebildeter Ersthelfer, der die Rettungskette zwischen Tierarzt und Pferdebesitzer schließen soll (Eigen-(Notfall)Kompetenz). Seine Tätigkeit ist auf die Versorgung des Pferdes nach den Kriterien der Ersten Hilfe ausgerichtet. Pferdesamariter ersetzen daher keineswegs den Tierarzt sondern sind diesem als kompetente Unterstützung angewiesen. Darüber hinaus ist die Förderung des Wissens im Umgang mit dem Pferd durch Beratungstätigkeiten in der Stall- und Weidehygiene, im Tierschutz sowie in prophylaktischen Maßnahmen (Wurmkuren, Impfprogramme) Ziel der Ausbildung.

Seriöse Grundausbildung mit Fortbildungspflicht
Als Voraussetzung zur Absolvierung und Anerkennung der Ausbildung genügt grundsätzlich der Nachweis einer pferdesportlichen Qualifikation (Niveau mindestens Reiterpass, WRC oder Fahrabzeichen in Bronze). Ausnahmen können in bestimmten Fällen (z.B. Nachreichen des Qualifikationsnachweises, Angehörige von Blaulichtorganisationen, etc.) durch den Verband genehmigt werden.
Die vorgegebenen Lehrinhalte werden dabei in engem Teamwork mit kursführenden Tierärzten in zwei Modulen in Theorie und Praxis an Modellen und an lebenden Pferden erarbeitet:
Modul I: Erste Hilfe,
Modul II: Pferdesamariter
Der Erste Hilfe-Kurs (Modul I) kann auch für sich alleine absolviert werden. Wer an einer weiterführenden Ausbildung interessiert ist (Modul II) schließt mit einer kommissionellen Lizenzprüfung ab.

Straff vermittelte Grundkenntnisse des Aufbaus und der Funktion des Pferdekörpers mittels audiovisueller Methoden, Präparaten und am lebenden Tier sollen das Verständnis für das Entstehen von Veränderungen ermöglichen. Das Erkennen und Versorgen der häufigsten Verletzungen bzw. Erkrankungen mittels einfacher, praxisnaher Methoden werden erarbeitet (Verbände, PAT-Werte, Stallapotheke etc.), Mittel und Wege der Vorsorge werden erörtert.

Es besteht Fortbildungspflicht (in zwei Jahren eine theoretische und praktische Fortbildung/alternativ ein praktischer Einsatz). Fortbildungsprogramme mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten werden jährlich angeboten. Notfallübungen in enger Zusammenarbeit mit zivilen Rettungsorganisationen mit unterschiedlichen Übungsannahmen ergänzen das Ausbildungsangebot. Es besteht auch die Möglichkeit der Anerkennung von themenverwandten Ausbildungsangeboten nach Genehmigung durch den Verband.

Die Bedeutung des Pferdes als Weggefährte des Menschen und sein vielfältiger Einsatz in Freizeit, Sport, Medizin, und (Reit-)Tourismus als nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor haben nicht zuletzt das Bedürfnis und die Notwendigkeit nach vertieftem und korrektem Wissen rund um das Pferd gesteigert. Die Pferdesamariterausbildung leistet hierzu seit vielen Jahren einen wertvollen Beitrag.

Das Referat steht Ihnen in allen Angelegenheiten des Pferdesamariterwesens und als Kontaktstelle für tierärztliche Fragen zur Verfügung.

Kontaktdaten Referent

Dr. Robert Hofmann, +43 (0) 1 / 50 201 10-233 50, rob.hof@gmx.at

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