Bundeskulturreferent Otto Kurt Knoll und der Landtagsabgeordnete Josef Balber reichten 2017 beim Stephanieritt gemeinsam Brot und Salz. © NOEPS

Kultur und Pferd: 5. Stephaniritt am 26. Dezember nach Schwarzensee

Pferdesport in NÖ | Kultur & Pferd – Bald ist es wieder so weit! Am 26. Dezember 2018 wird mit dem 5. Stephani-Ritt ein “kleines Jubiläum” gefeiert. Der Stephani-Ritt nach Schwarzensee ist Niederösterreichs bedeutendste Rosstraditionsveranstaltung in der Weihnachtszeit, die auf eine vor Jahrhunderten Jahren gepflegte Tradtion zurückgreift, und vor fünf Jahren in neuer Form eine Wiederbelebung erlebt hat! Ob hoch zu Ross/mit den Gespannen oder als Mitfeiernde: Alle sind herzlich willkommen!

Bundeskulturreferent Otto Kurt Knoll und der Landtagsabgeordnete Josef Balber reichten 2017 beim Stephanieritt gemeinsam Brot und Salz. © NOEPS

Bundeskulturreferent Otto Kurt Knoll und der Landtagsabgeordnete Josef Balber reichten 2017 beim Stephanie-Ritt gemeinsam gesegnetes Brot und Salz. © NOEPS

Programm:
9.30 Uhr Abritt/Abfahrt in Fahrafeld
Bauernhof Appel, Hainfelder Straße, 2563 Fahrafeld

11 Uhr Einzug in Schwarzensee vor der Wallfahrtskirche

Ross-Segnung – gesegnetes Brot und Salz für die Pferde
Stärkung für Reiter, Fahrer und Gäste
In der Kirche: Entzünden einer roten Kerze vor dem alten Stephanusbild.

Anmeldung für Reiter und Fahrer erforderlich:
Obmann Manfred Wöhrer +43 664 467 98 22

Schöner Brauch: Entzünden einer roten Kerze vor dem alten Stephanusbild. © NOEPS

Schöner Brauch: Entzünden einer roten Kerze vor dem alten Stephanusbild. © NOEPS

Kultureller Hintergrund
In den Wienerwald Wallfahrtsort Schwarzensee fanden bis zum Verbot durch Kaiser Josef II. Prozessionen am Stephanitag in die Wallfahrtskirche zum hl. Ägydius statt, um vor dem Stephanusbild den Rosspatron Stephanus um Fürbitte anzurufen. Wie die bäuerliche Bevölkerung seinerzeit am 26. Dezember vor dem alten Ölbild mit der Darstellung der Steinigung des hl. Stephanus, befindet sich im Längsschiff der im Kern romanischen Kirche, für ihre Rosse um Schutz und Gesundheit beteten, so wird heute beim gegenständlichen Stephani-Ritt nach der Ross-Segnung bei diesem Bild eine rote Votivkerze als Zeichen der Verehrung durch die Pferdefreunde entzündet. Die Farbe Rot ist der Hinweis, dass Stephanus sein Leben für Christus mit dem Blut bezeugt hat. Mit dem Stephani-Ritt wurde nach Jahrhunderten, wenn auch in anderer Form, die Tradition der Verehrung des Pferdepatrons Stephanus in Schwarzensee wieder aufgegriffen. Der hl. Erzmärtyrer Stephanus ist zudem auch der älteste und patroziniumsgeschichtlich “hervorragendste” Pferdepatron. Im Laufe der Zeit wurden zunehmend mehr andere Heilige an seiner Stelle als Pferdepatrone  verehrt. Die Stephani-Ritte sind ein Beispiel von jahrhundertealten Gepflogenheiten rund ums Ross, die später meist durch die Leonhardi-Ritte oder die Georgi-Ritte  verdrängt wurden. Ein typisches Charakteristikum der Stephani-Ritte ist, dass sie in Schlichtheit und Stille (der Weihnachtszeit entsprechend) durchgeführt werden.

Impression vom Stephanieritt 2017. © NOEPS

Impression vom Stephanie-Ritt 2017. © NOEPS

Wie die Stephani-Reiter für das Wohl ihrer Rosse selbstverständlich selbst sorgen, so sorgen für das leibliche Wohl der Pferdefreunde beim Abritt in Fahrafeld der Pottensteiner Bürgermeister und in Schwarzensee die Bürgermeister von Weißenbach und Alland persönlich. Der Wallfahrtsseelsorger von Schwarzensee wird wie im Vorjahr in bewährter Tradition die Ross-Segnung vornehmen. Der NÖ Landesjagdverband wird erstmals durch eine Jagdhornbläsergruppe vertreten sein.

Der “Erste Hirtenberger Reit- und Fahrverein” als Veranstalter ist mit Engagement und Freude dabei diese Tradition künftigen Generationen zu vermitteln. Es sind der bisherige Obmann Manfred Wöhrer und der neue Norbert Linsbichler sowie Kassierin Gertrude Köröcz, die mit Elan darauf schauen, dass diese Rosstraditionsveranstaltung in ihrer Form immer mehr Pferdefreunde anzieht.

Möge der Schwarzenseer Stephani-Ritt eine Inspiration für die Durchführung weiterer – auf Basis kulturgeschichtlicher Betrachtungen und somit authentischer – Stephani-Ritte und anderer pferdekultureller Unternehmungen in Niederösterreich sein! Das Schöne an Niederöstereich ist, dass  es als pferdestärkstes Bundesland ein großes Potential hat, um in Zukunft, aufbauend auf der Kulturgeschichte, eine Vielzahl neuer pferdekultureller Aktivitäten entwickeln zu können.

Quelle: Referat Kultur & Pferd | Otto Kurt Knoll