© Carola Reinwein, Reitkultur-Verein Weiß-Blau-Gold

Kultur und Pferd im südlichen Wienerwald

Am 11. April 2015 versammelte sich in der Früh eine Schar aus NÖ, OÖ (mit Bus angereist!), Wien und Burgenland zum Auftakt der Tagesfahrt „Kultur und Pferd im südlichen Wienerwald“ vor der Wallfahrtskirche Hafnerberg (Marktgemeinde Altenmarkt an der Triesting).

Diese Veranstaltung war gleichzeitig der Vereinsausflug des Reitkultur-Vereins Weiß-Blau-Gold. Consenior Mag. Werner Aschauer war es ein Anliegen, soweit möglich, viele Vereinsmitglieder mit seinem KFZ zu führen. Carola Reinwein schlüpfte an diesem Tag mit Erfolg in die Rolle der Fotografin.

© Carola Reinwein, Reitkultur-Verein Weiß-Blau-Gold

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Seitens des NÖ Pferdesportverbandes begrüßte dessen Kulturreferent Otto Kurt Knoll die Teilnehmerinnen/Teilnehmer und gab einen Überblick welche Inhalte er an diesem Tag an den jeweiligen Orten vermitteln wird.

In der Wallfahrtskirche Hafnerberg wurden kunsthistorisch interessante Darstellungen von Pferden sowie der Bezug des Wallfahrtsortes in Geschichte und Gegenwart zu den Rossen erläutert. Hafnerberg, der einst für die bäuerliche Bevölkerung des südlichen Wienerwalds ein sehr bedeutende Wallfahrtsort war, bringt in der großartigen Barockkirche diesen Stellenwert sichtbar zum Ausdruck. Die Marienwallfahrtskirche Hafnerberg ist jene Wallfahrtskirche des südlichen Wienerwaldes, in der sehr qualitativ Malereien zu sehen sind, die den Bezug zu Land und Pferd aufzeigen.

© Carola Reinwein, Reitkultur-Verein Weiß-Blau-Gold

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Bürgermeister Landtagsabgeordneter Josef Balber betonte in seinen Grußworten am Platz der „Rossrast Hafnerberg – WallfahrtsWeg WienerWald“ (nächst der Wallfahrtskirche), dass diese Pferderaststation als Folge der 1. NÖ Rosswallfahrt im Zuge der 2. NÖ Rosswallfahrt eröffnet wurde und in absehbarer Zeit auf Grund des Zuspruchs erweitert wird.

Am Wimmerhof in Nöstach (Marktgemeinde Altenmarkt an der Triesting) gab der Hausherr und der für den Bezirk Baden zuständige Bezirksrittmeister Franz Nöstler einen Einblick in die Bedeutung des Pferdes in der Landwirtschaft und führte durch seinen Pferdeeinstellbetrieb. Nöstler erwähnte unter anderem die hohe Qualität des an die Pferde von den eigenen Wiesen stammenden verfütterten Bergheus. Die erfahrenen Pferdegespannfahrer des Reit- und Fahrverein Königswiesen aus OÖ – allen voran Obmann Franz Holzmann und Josef Wahlmüller –  waren beeindruckt als sie hörten, dass Bezirksrittmeister Nöstler in jungen Jahren selbst noch mit einem Ochsengespann gefahren ist.

Die Fahrt durch die malerische Wienerwaldlandschaft führte von den „Berghöhen“ in die „Tallandschaft“ der Triesting zum südlichst gelegenem Gestüt des Wienerwaldes, dem Gestüt Winter. Das Gestüt Winter ist zudem für seine qualitativ hochwertige Pferdezucht bekannt. Diese neue Ausbildungs-, Zucht- und Einstellbetriebsanlage besticht durch seine Größe und die Errichtung nach den neuesten Standards. In einem Impulsreferat wurden die Auswirkungen des Wirtschaftsfaktors Pferd für die Volkswirtschaft von einst und jetzt erläutert. Mit einem Rundgang durch das Gestüt endete diese Tagesetappe.

Die anschließende Fahrt durch das Triestingtal führte bald wieder in die „Berge“ nächst dem Peilstein zur kleinen Wallfahrtskirche hl. Ägydius in Schwarzensee (Marktgemeinde Weißenbach an der Triesting). Die Geschichte der Kirche ist mit dem Brauchtum rund um das Pferd verknüpft, wie beispielsweise die sehr alten und neuen  Eisenvotivgaben (Pferde und Rinder) zu Ehren des hl. Ägydius oder die altüberlieferte Verehrung des hl. Stephanus (seit 2014 in Form eines Stephani-Ritts vom Ersten Hirtenberger Reit- und Fahrverein unter Obmann Manfred Wöhrer im Zusammenarbeit mit dem Referat Kultur und Pferd/NOEPS neu organisiert). Bürgermeister Johann Miedl zeigte sich in seiner Begrüßung über die große Anzahl der Teilnehmerinnen/Teilnehmer erfreut, die die Bänke des kleinen Kirchleins ausfüllten.

© Carola Reinwein, Reitkultur-Verein Weiß-Blau-Gold

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Nach dem Mittagessen erwarteten vor der Wallfahrtskirche in Pottenstein (Marktgemeinde Pottenstein) bereits Pfarrer Br. Raphael und  Vizebürgermeister Daniel Pongratz die Gruppe und waren selbst überrascht, als sie hörten, dass in dem altehrwürdigen Gotteshaus barocke Pferdedarstellungen vorzufinden sind. Es war kein Wallfahrtswunder das von Knoll verkündet wurde, sondern es bedarf eines scharfen Blickes, um diese zu finden. Die Teilnehmerinnen/Teilnehmer waren über das Gemälde mit den Rossen sehr angetan. Notar Dr. Thomas Hanke gab in seinen Amtsräumen des Notariats Pottenstein einen sehr profunden Einblick zum Thema Pferd und Recht aus der Sicht eines Notars in Geschichte und Gegenwart. Pottenstein spiegelt in seinem heutigen Erscheinungsbild die einst große historische Bedeutung als Markt- und Gerichtsort des Triestingtales.

Die letzte Tagesetappe führte über einen Bergrücken nach Großau (Stadtgemeinde Bad Vöslau). Im privaten Familienstall Dr. Dobretsberger überbrachte Stadtrat Thomas Mehlstaub die Willkommensgrüße der Stadtgemeinde. Die Hausherrenfamilie Dr. Dobretsberger sprach zum Thema Pferd aus veterinärmedizinischer Sicht und stellte bei einem Stallrundgang ihre Pferde vor. Es freute die Teilnehmerinnen/Teilnehmer, dass sie die Gelegenheit hatten einmal den privaten Stall der Leiters des Bundesgestüts Pibers Dr. Max Dobretsberger besichtigen zu dürfen. Insbesondere die beiden Töchter zeichnen sich einerseits auf Grund ihres Veterinärmedizinstudiums und andererseits durch ihre großartigen sportlichen Leistungen als Pferdeexpertinnen aus. Viktoria und Charlotte sind Staatsmeisterin in der Vielseitigkeit geworden – Charlotte zudem auch Europameisterin.

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Beim Ausklang im Heurigen der Familie Karner in Großau wurden die Eigenbauweine der Weinhauerfamilie verkostet. Der früher meist als „Vöslauer“ bekannte Blaue Portugieser sowie die anderen kredenzten Eigenbauweine wurden von der Teilnehmerschar lobend bewertet.

Bevor die Niederösterreicher, Oberösterreicher, Burgenländer und Wiener ihre Heimfahrt antraten, meinte Josef Appel vom Ersten Hirtenberger Reit- und Fahrverein als aufmerksamer Beobachter des Tagesgeschehens: „Der Dr. Max Dobretsberger hat seinen Lipizzaner nach dem Schimmel auf dem barockem Bild in der Kirche von Pottenstein gezüchtet!“ … Ob dem so ist? …

Sicher ist, dass dem Wunsch von Dr. Nina Ollinger vom Reitkultur-Verein Weiß-Blau-Gold entsprochen werden könnte, eine Tagesfahrt zum Thema „Kultur und Pferd im nördlichen Wienerwald“ durchzuführen.

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Referat Kultur und Pferd/NOEPS, 15.04.2015